Chilies

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5 Mythen zur Gewichtsabnahme

Welche Mythen ranken sich um´s Abnehmen?

Kennen Sie das? Sie möchten abnehmen und Sie fragen sich, wie es am besten klappt?

In meiner Jugend war es bei meinen Freundinnen sehr populär, einige Tage gar nichts zu essen, um schnell eine Bikinifigur zu bekommen. Es hat nie richtig funktioniert.
Damit meine ich übrigens nicht, eine Woche Heilfasten durchzuführen mit den entsprechenden Empfehlungen.
Auf jeden Fall klagten meine Freundinnen meist nach kurzer Zeit bereits, dass sämtliche Kilos wieder da seien.

Das Internet ist voll von ultimativen Ratschlägen, wie Sie rasch an Gewicht verlieren können. Ich habe mich mal ein bisschen umgesehen.

 

 

 

 

Mythos 1: Mit Ingwer & Co nehmen Sie schneller ab

Nahrungsmittel, die eine natürliche Schärfe enthalten, sollen beim Abnehmen helfen, da der Stoffwechsel kräftig angekurbelt und der Appetit reguliert wird.
Die dafür verantwortlichen Inhaltsstoffe sind zum einen das Capsaicin, das in Paprika- und Chilischoten enthalten ist oder auch das Gingerol, das dem Ingwer seine Schärfe verleiht. Diese Substanzen docken an bestimmte Wärmerezeptoren in unserem Körper an, die nicht nur durch diese Stoffe, sondern auch durch hohe Temperaturen aktiviert werden. Darum wird uns auch bei Genuss von scharfem Essen richtig warm.
Tatsächlich gibt es einige Studien, die diese Aussage untersuchen und eine gewisse unterstützende Wirkung in Bezug auf das Gewichts-Management zeigen. Allerdings sind diese Effekte sehr gering, beispielsweise könnte eine Reduktion von 10 kcal durch den Verzehr von Chillies in einer akzeptablen Dosis eine Gewichtsabnahme von 0,5 kg über 6,5 Jahre ergeben. Völlig ungeklärt ist die Frage der Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen.

Auf jeden Fall kann Ingwer durch seine ätherischen Öle verdauungs-und stoffwechselanregend wirken und ich empfehle ihn gerne beim Basenfasten, wenn der Kaffee wegfällt, um den Stoffwechsel anzukurbeln.


Mythos 2: 5 Mahlzeiten sind besser als 3 (oder auch umgekehrt), um Gewicht zu verlieren

Beide Mahlzeitenverteilungen haben ihre Vorteile, d i e beste Methode gibt es aber nicht.

5 Mahlzeiten pro Tag - was spricht dafür?
Wenn Sie täglich 3 Hauptmahlzeiten und 2 Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen, kommt erst gar kein Gefühl von großem Hunger auf. Der Blutzuckerspiegel ist relativ ausgeglichen. Ein starker Abfall des Blutzuckerspiegels findet nicht statt und es entsteht kein Heißhunger. Dadurch kann es Ihnen gut gelingen, kleinere Portionen zu essen und insgesamt mehr auf Ihr Sättigungsgefühl zu achten.

3 Mahlzeiten am Tag - was spricht dafür?
Essen Sie 5 mal täglich, sinkt der Insulinspiegel zwischen den Mahlzeiten nur in geringem Maße ab und Insulin, als Wachstumshormon, verhindert den Fettabbau. Das bedeutet, wenn Sie nur 3 Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen, kann die Insulinkonzentration zwischen den Mahlzeiten absinken. Außerdem könnten häufigere Mahlzeiten ganz einfach dazu führen, dass Sie mehr essen als gewünscht.

Auch die Studienlage ist nicht eindeutig in diesem Zusammenhang und nach meiner Erfahrung in der Beratung ist es sehr individuell, ob jemand mit 3 oder 5 Mahlzeiten besser zurechtkommt und damit sein Gewicht reduziert bzw. hält. Probieren Sie aus, was für Sie besser funktioniert.


Mythos 3: Um abzunehmen, müssen Sie auf Kohlenhydrate verzichten

"Kohlenhydrate machen dick", so heißt es oft. Was ist dran?
Wenn Sie die Kohlenhydrate in Ihrer Ernährung stark reduzieren, können Sie, gerade in der Anfangsphase einer Gewichtsreduktion, eine schnelle Gewichtsabnahme erreichen. Zunächst wahrscheinlich durch einen Verlust an Wasser, denn ein Gramm Glykogen (Speicherform der Kohlenhydrate) bindet 3-4 g Wasser.
Dieser Abnehm-Effekt durch "Low carb" hält, Studien zufolge, aber nur in den ersten 6 Monaten an. Längerfristig gesehen funktioniert "Low carb" nicht besser als andere vergleichbare Kostformen zur Gewichtsabnahme. Weiterhin gilt es zu bedenken, dass ein starker Verzicht auf Kohlenhydrate einschränkend ist und zu Unzufriedenheit führen kann.


Mythos 4: Lightprodukte helfen beim Abnehmen

Diese Produkte sind im Fettgehalt reduziert und suggerieren einen geringeren Kaloriengehalt. Häufig werden diesen Produkten aber verschiedene Zuckerarten zugesetzt, um einen guten Geschmack im Vergleich zum herkömmlichen Produkt zu erzielen, denn viele Geschmacksstoffe sind fettlöslich. Außerdem verbessert ein Zusatz von Zucker die Konsistenz und kann ein angenehmes Gefühl im Mund erzeugen. Achten Sie also unbedingt auf die Zutatenliste und die Nährwerttabelle, denn auf diese Weise kann es sein, dass ein fettarmes Produkt kalorienreicher ist als das ursprüngliche Produkt.


Mythos 5: Trockenfrüchte sind immer eine gesunde Option und regen die Verdauung beim Abnehmen an

Natürlich bieten getrocknete Aprikosen, Datteln, Feigen oder Pflaumen Ballaststoffe, die die Verdauung anregen. Und sie haben noch weitere gute Inhaltsstoffe. Allerdings enthalten sie auch viele Kalorien.

So enthalten pro 100 g:
Aprikosen        240 Kalorien
Datteln            276 Kalorien
Feigen             250 Kalorien
Pflaumen         222 Kalorien

Das können Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie bei der Gewichtsreduktion Ihre Verdauung ankurbeln oder auch einfach nur gesund süßen möchten.
Grundsätzlich ist es am besten, wenig zu süßen und so auch das eigene Empfinden für "süß" zu verändern bzw. zu vermindern.
Das senkt nicht nur den eigentlichen Zuckerkonsum und die Kalorienzufuhr, sondern auch das Verlangen nach etwas Süßem!

Quellen:
The effects of capsaicin and capsiate on energy balance: critical review and meta-analysses of studies in humans. M-J. Ludy, George E. Moore, Richard D. Mattes. 2012. Chem Senses. 2012 Feb; 37(2): 103–121. Published online 2011 Oct 29. 
Essenshäufigkeit und Gewichtsregulation bei Erwachsenen. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. DGE. 2012
Gimbel. Körpermanagement. 2014. Springer Verlag
Lebensmitteltabelle für die Praxis. Der kleine Souci Fachmann Kraut. 2011. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart

 

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