Zutatenliste Lebensmittel

Was bedeuten die Angaben auf einem Lebensmittelprodukt in Bezug auf die Kohlenhydrate?

Gerade bei den Kohlenhydraten sind die Angaben oft verwirrend.
Hier bekommen Sie die wichtigsten Infos zum Thema Kohlenhydrate auf der Lebensmittelverpackung.

 

Die Zutatenliste und die Nährwertangaben sind zum einen oft klein gedruckt und zum anderen missverständlich.

In den Nährwertangaben steht "Kohlenhydrate..., davon Zucker..." .
Aha, denkt man sich und wirft noch einen Blick auf die Zutatenliste, die die einzelnen Zutaten des Lebensmittels mengenmäßig in absteigender Reihenfolge sortiert.
Aber wer kennt schon alle Begriffe, die dort auftauchen? Gerade Zucker hat viele Namen...

 

 

 

Zucker gibt einem Lebensmittel nicht nur süßen Geschmack, sondern wirkt auch konservierend, bindet Wasser, verstärkt den Geschmack und gibt manchen Lebensmitteln mehr Volumen. Daher wird der im Preis sehr günstige Zucker in vielen Lebensmitteln eingesetzt, beispielsweise in hochverarbeiteten Industrieprodukten wie Pizza.

 

Was bedeutet „Kohlenhydrate, davon Zucker“?

  • Kohlenhydrate
    ist ein Oberbegriff, darunter fallen Einfach – und Zweifachzucker (Mono- und Disaccharide) und Mehrfachzucker (Polysaccharide).

    Monosaccharide: Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker), Galactose
    Disaccharide: Saccharose (Haushaltszucker), Lactose (Milchzucker), Maltose (Malzzucker),etc.
    Polysaccharide: Stärke, Pektin, Cellulose, etc.

  • „davon Zucker“
    bezeichnet alle Mono- und Disaccharide, die in dem Lebensmittel enthalten sind, entweder von Natur aus oder zugesetzt.

 

Die Nährwerttabelle („Big 7“) auf der Produktverpackung sagt übrigens nichts darüber aus, welcher Zucker in welchem Umfang dem Lebensmittel zugesetzt wurde.
Hier hilft nur, die Zutatenliste zu studieren.

Diese "Big 7" müssen auf jeder Verpackung stehen:

  • Energie
  • Fett
  • Gesättigte Fettsäuren
  • Kohlenhydrate
  • Zucker
  • Eiweiß
  • Salz


Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die WHO haben Empfehlungen herausgegeben, die die Zufuhr von freiem Zucker betreffen.
Freier Zucker bezeichnet alle Mono- und Disaccharide, die Lebensmitteln bei der Produktion zugesetzt werden.

  • Empfehlung der DGE: freier Zucker sollte auf unter 10% der Tagesenergiezufuhr gesenkt werden.

  • Empfehlung der WHO: freier Zucker sollte auf unter 5% der Tagesenergiezufuhr gesenkt werden.

  • Beispiel:
    Eine Person mit einer Tagesenergiezufuhr von 2000 kcal sollte demnach max. 200 kcal (≙ 10%) bzw. 100 kcal (≙ 5%) an freiem Zucker zu sich nehmen.
    1 g Zucker ≙ ca. 4 kcal
    50 g Zucker ≙  200 kcal (≙ 10% freier Zucker)
    50 g Zucker ≙  10 Teelöffel Zucker -> max. Tagesmenge

    25 g Zucker ≙  100 kcal (≙  5% freier Zucker)
    25 g Zucker ≙  5 Teelöffel Zucker -> max. Tagesmenge

 

Einem Lebensmittel können für den Süßgeschmack oder einem anderen Zweck (s.o.) verschiedene Substanzen zugefügt werden.
Doch nicht alle tragen dazu bei, den Zuckergehalt im Lebensmittel zu erhöhen. Manche erhöhen auch nur den Kaloriengehalt, manche weder den Zucker-, noch den Kaloriengehalt.
Die folgenden Tabellen geben Aufschluss über die einzelnen Zutaten und deren Wirkung im Lebensmittel.

 

  1. Zutaten im Lebensmittel, die zum Zucker- und Energiegehalt in der Nährwerttabelle beitragen

Zutat

Bezeichnung

Monosaccharide
(Einfachzucker)

Fructose (Fruchtzucker),
Glucose (Traubenzucker, auch Dextrose genannt), Isoglucose
Galactose

Disaccharide
(Zweifachzucker)

Saccharose (Haushaltszucker): Raffinade, brauner Zucker, Rohrzucker, Kandis, etc.
Lactose (Milchzucker)
Maltose (Malzzucker, Malzextrakt)

Zuckersirup

Glucosesirup, Glucose-Fructose-Sirup, Fructosesirup, Invertzuckersirup, Karamellsirup, Malzsirup (Gerstenmalzextrakt),
Oligofructosesirup, Melasse

Obst, Honig,
zusammengesetzte
Zutaten

Fruchtdicksaft, Fruchtsaftkonzentrat, Fruchtzubereitung, Rübenkraut, Honig,
Süßmolkenpuler (sehr zuckerreich), Milchpulver

Quelle: Verbraucherzentrale Bayern

 

 

  1. Zutaten im Lebensmittel, die zum Energiegehalt des Lebensmittels beitragen, aber nicht zum Zuckergehalt

Zutat

Bezeichnung

Oligosaccharide
(aus 3 bis 9 Einfachzuckermolekülen)

Raffinose, Stachyose, Verbascose

Polysaccharide
(aus mind. 10 Einfachzuckermolekülen)

(modifizierte) Stärke, Maltodextrin, Dextrin, Weizendextrin
(alle Dextrine)

Ballaststoffe

Inulin

Zuckeraustauschstoffe (Zuckeralkohole), die im Körper insulinunabhängig verstoffwechselt werden, gelten als nicht kariesfördernd

Erythrit (E 968), Isomalt (E 953), Lactit (E 966), Maltit/Maltitsirup (E 965), Mannit (E 421), Sorbit/Sorbitol/Sorbitsirup (E 420), 
Xylit/xylitol (E 967)

Quelle: Verbraucherzentrale Bayern, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.: was bedeuten die E-Nummern?

 

 

  1. Süßstoffe (chemisch-synthetisch), diese tragen nicht zum Zucker- und/oder Energiegehalt des Lebensmittels bei und gelten als nicht kariesfördernd.
  • Acesulfam K, Acesulfam (E 950): 200 x süßer als Zucker
  • Aspartam (E 951): 200 x süßer als Zucker
  • Cyclamat, Cyclohexansulfamidsäure und ihre Natrium- und Calciumsalze (E 952):
    30-50 x süßer als Zucker
  • Isomalt (E 953)
  • Saccharin und seine Natrium-, Kalium- und Calciumsalze (E 954):
    500 x süßer als Zucker
  • Sucralose (E 955): 500-600 x süßer als Zucker
  • Thaumatin (E 957): 3000 x süßer als Zucker
  • Neohesperidin DC (E 959): 600 x süßer als Zucker
  • Stevioglycoside (E 960)

Auf vielen Produkten finden sich Werbeaussagen bzgl. des Zuckergehaltes, auch diese sind nicht immer leicht zu verstehen.
Einige typische Aussagen finden Sie hier aufgeschlüsselt:

  • „Zuckerarm"
    Max. 5 g Zucker pro 100 g in festen Produkten.
    Max. 2,5 g Zucker pro 100 ml in flüssigen Produkten.

  • „Zuckerreduziert“
    Verringerung des Zuckergehaltes um mind. 30% gegenüber vergleichbaren Lebensmitteln.

  • „Zuckerfrei“
    Restgehalt von max. 0,5 g Zucker pro 100 g/100 ml.

  • „Ohne Zuckerzusatz“
    Kein Zusatz von Einfach- und Zweifachzuckern.
    Kein Zusatz von anderen Zutaten mit süßender Wirkung.

  • „Weniger süß“, „mit (natürlicher) Fruchtsüße“, „Zuckerauszug aus Trauben“, „Süße nur aus Früchten“, „natursüß“
    Keine gesetzlich geregelte Aussage.
    Es können Zucker oder zuckerhaltige Zutaten enthalten sein.

  • „Mit Traubenzucker“
    Durch geringere Süßkraft des Traubenzuckers kann sogar mehr Zucker enthalten sein.

  • „Ohne Zusatz von Süßungsmitteln“
    Es sind keine Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe enthalten.
    Zucker oder andere süßende Zutaten können vorhanden sein.

 

 



 

 

 

 

 

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