Innere Uhr

Diät nach der inneren Uhr?

 Wo sitzt der zentrale Taktgeber in unserem Körper?

 

 

Die Natur unterliegt bestimmten Rhythmen (Ebbe/Flut, Jahreszeiten, Tag/Nacht) und auch wir Menschen besitzen eine innere, eine „circadiane Uhr“.

Wissenschaftlich erwiesen ist die Existenz eines zentralen Taktgebers in unserem Körper. Es handelt sich um den Suprachiasmatischen Nukleus (SCN), der im Hypothalamus liegt, einer Struktur im Bereich des Zwischenhirns, in der Nähe der sich kreuzenden Sehbahnen. Diese Stelle ist entscheidend, denn so kann der SCN, unsere zentrale Uhr, über den wichtigsten Faktor, das Licht, gesteuert werden. Allerdings funktioniert unsere innere Uhr auch ohne äußere Einflüsse und ein kompletter Rhythmus umfasst ca. 24 Stunden.




Diese zentrale Uhr beeinflusst die Zellen in unserem Organismus, beispielsweise im Blut, in der Haut, im Dickdarm, im Fettgewebe, in der Leber, in der Niere und im Muskel. Das sind sozusagen die peripheren Uhren.
Nun stellt sich die Frage, ob und wie sich äußere Umstände, durch die sich der natürliche Rhythmus eines Menschen verändert, auf unseren Stoffwechsel auswirken.
So zeigten Studien Zusammenhänge zwischen Schichtarbeit und Übergewicht, Bluthochdruck und veränderten Blutfettwerten.

Ist es möglich, sich diese Hinweise im Hinblick auf eine Diät zunutze zu machen und nach der Uhr zu essen?
In einer spanischen Studie wurden 209 Probanden in zwei Gruppen unterteilt. Beide bekamen eine kalorienreduzierte Kost, doch nur in einer Gruppe wurden die Mahlzeiten an den Biorhythmus angepasst. Tatsächlich verloren die Teilnehmer dieses Kollektivs mehr an Gewicht als die Vergleichsgruppe.
Ebenso zeigte sich in anderen Untersuchungen, dass eine üppige Abendmahlzeit weniger günstig für die Gesundheit ist. Indem die Teilnehmer der Studien ihre Mahlzeiten zu unterschiedlichen Tageszeiten einnahmen, wurde beobachtet, dass die Empfindlichkeit, mit der der Körper auf Insulin reagiert, abends geringer ist als morgens, so dass der Blutzucker- und Insulinspiegel abends bei derselben Mahlzeit mehr anstieg.

Fazit:
Eine leichte und nicht zu späte Abendmahlzeit ist in jedem Fall förderlich für einen guten Schlaf und, so scheint es, auch günstig für eine Gewichtsabnahme.
Insgesamt birgt die Chronobiologie sicherlich Potential, um Maßnahmen bzw. Ernährungspläne zu erstellen, die bestimmten Erkrankungen vorbeugen können.

Quellen:

Munoz J.S. et al. Effect of a Chronotype-Adjusted Diet on Weight Loss Effectiveness: A Randomized Clinical Trial. Clin Nutr 2020 Apr;39(4):1041-1048.

Kessler K. et al. Shotgun Lipidomics Discovered Diurnal Regulation of Lipid Metabolism Linked to Insulin Sensitivity in Nondiabetic Men. J Clin Endocrinol Metab 2020 May 1;105(5):dgz176.

Semler, E.: UGB-FORUM, 6/2010, S. 295-297

 

 



 

 

 

 

 

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